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Ab 1. Januar: Diese Regel spaltet den Pferdesport – Verbände rebellieren vergeblich

Ein Tropfen Blut war bisher das Aus im Sport. Jetzt dürfen verletzte Pferde starten. Was die FEI als Fortschritt verkauft, empört zahllose Pferdefreunde.


Die neue Blood Rule der FEI gilt nun auf internationalen Turnieren (KI/ChatGPT)

Es ist eine Zäsur, die fassungslos macht. Trotz massiven Widerstands europäischer Verbände hat die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) zum 1. Januar eine Regel durchgedrückt, die vielen wie ein Rückschritt ins letzte Jahrhundert vorkommt.


Die sogenannte "Blut-Regel" im Springreiten wurde aufgeweicht – und damit eine der wenigen klaren Linien im Tierschutz verwässert.


Verrat am Tierwohl?


Jahrelang galt ein eisernes Prinzip: Blutet ein Pferd, ist Schluss. Sofort. Ohne Wenn und Aber. Diese Null-Toleranz-Politik schützte die Tiere vor Übergriffen und sendete ein unmissverständliches Signal: Blut hat im Pferdesport nichts verloren. Diese Klarheit ist nun Geschichte.


"Ich halte das für einen klaren Fehler", sagt FN-Präsident Martin Richenhagen. "Blut hat im Pferdesport nichts zu suchen." Seine Warnung ist eindringlich: "Pragmatismus hört dort auf, wo es um Tierwohl geht."


Wenn Verletzungen zur Nebensache werden


Doch genau dieser fatale Pragmatismus triumphiert nun. Leicht blutende Pferde dürfen ab Januar starten, wenn ein Tierarzt sie für "wettbewerbsfähig" erklärt. Wettbewerbsfähig – nicht schmerzfrei, nicht unverletzt. Das Wort offenbart die verschobenen Prioritäten.


Besonders perfide: Verletzungen durch Sporen oder andere Ausrüstung führen nur noch zu Verwarnungen. Erst nach zwei Vorfällen in zwölf Monaten droht eine einmonatige Sperre. Die Botschaft ist fatal: Ein bisschen Blut ist okay. Hauptsache, das Pferd kann noch springen.


Das Ende einer roten Linie


Richenhagen bringt es auf den Punkt: "Wenn ein Pferd durch den Reiter verursacht blutet, kann es nicht weiter am Wettbewerb teilnehmen. Das ist eine Frage des Respekts und der Verantwortung." Er weiß um den Druck von außen. "Menschen sehen Bilder von Pferden mit Blut – und das löst Empörung aus. Und das zu Recht."


Die FEI ignoriert diese Empörung. Stattdessen schafft sie Grauzonen, in denen Stewards und Tierärzte nach Gefühl entscheiden müssen. Was ist "leichtes" Bluten? Wann ist ein Pferd noch "wettbewerbsfähig"? Diese Unschärfen öffnen Missbrauch Tür und Tor.


Der Pferdesport hatte eine klare Grenze. Ab Januar gilt: Erfolg zählt mehr als Unversehrtheit. Ein schwarzer Tag für den Tierschutz.

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