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Spanische Pferderassen: Geschichte, Eigenschaften und Besonderheiten

Spanien ist bekannt für seine beeindruckenden Pferderassen, die eine lange Tradition haben und weltweit geschätzt werden. Ob für die klassische Reitkunst, die Arbeit auf der Ranch oder als Showpferd – spanische Pferderassen begeistern durch Eleganz, Temperament und Vielseitigkeit.

Andalusier
(Quelle: @Martin Baron / Unsplash)

Spanische Pferderassen sind weltweit für ihre Eleganz, Intelligenz und Vielseitigkeit bekannt. Sie haben eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht, und spielten eine entscheidende Rolle in der Entwicklung vieler moderner Pferderassen.


Besonders die Pura Raza Española (PRE), oft auch einfach als Andalusier bezeichnet, wobei das nicht ganz korrekt ist, ist eine der edelsten und ältesten Rassen der Welt und war über Jahrhunderte hinweg das bevorzugte Pferd der europäischen Königs- und Adelsfamilien.


Die spanischen Pferde zeichnen sich durch ihren harmonischen Körperbau, ihre geschmeidigen Bewegungen und ihren ausgeglichenen Charakter aus. Sie werden in verschiedenen Disziplinen eingesetzt – von der klassischen Dressur über Working Equitation bis hin zu traditionellen spanischen Festen.


Ihre hohe Lernfähigkeit und Sensibilität machen sie zu außergewöhnlichen Reitpferden, die sich sowohl für ambitionierte Sportreiter als auch für Freizeitreiter eignen.


Dieser Ratgeber bietet einen umfassenden Überblick über die bekanntesten spanischen Pferderassen, ihre Geschichte, Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten. Zudem geben wir wertvolle Tipps zur Haltung, Pflege und Ausbildung dieser beeindruckenden Tiere.


Die berühmtesten spanischen Pferderassen


Pura Raza Española (PRE)


  • Herkunft: Spanien, seit dem 16. Jahrhundert gezüchtet

  • Eigenschaften: Edler Kopf, harmonischer Körperbau, große Ausdruckskraft

  • Temperament: Intelligent, sensibel, lernwillig

  • Verwendung: Dressur, klassische Reitkunst, Shows, Freizeit

  • Besonderheit: Eng verwandt mit dem Andalusier, offizielle Zuchtstandards durch die ANCCE (Asociación Nacional de Criadores de Caballos de Pura Raza Española)


Andalusier


  • Herkunft: Andalusien, Spanien

  • Eigenschaften: Muskulös, geschmeidige Bewegungen, kompakte Statur

  • Temperament: Mutig, sensibel, ausgeglichen

  • Verwendung: Dressur, Working Equitation, Stierkampf (traditionell)

  • Besonderheit: Wird oft als Synonym für PRE verwendet, jedoch sind nicht alle Andalusier PRE-registriert


Menorquiner (Caballo Menorquín)


  • Herkunft: Balearen, speziell Menorca

  • Eigenschaften: Schlank, elegante Gangarten, meist Rappen

  • Temperament: Ruhig, nervenstark, ausdauernd

  • Verwendung: Traditionelle Feste auf Menorca, Dressur, Freizeit

  • Besonderheit: Symbol der Insel Menorca, bekannt für die spektakulären „Jaleo“-Feste


Mallorquiner (Caballo Mallorquín)


  • Herkunft: Mallorca, Balearen

  • Eigenschaften: Dunkle Färbung, elegante Statur, lange Beine

  • Temperament: Sanft, gehorsam, ausdauernd

  • Verwendung: Freizeit, traditionelle Veranstaltungen

  • Besonderheit: Seltene Rasse, vor dem Aussterben bewahrt


Hispano-Araber


  • Herkunft: Spanien, Kreuzung aus PRE und Arabern

  • Eigenschaften: Schlank, ausdauernd, sehr schnelle Reaktionsfähigkeit

  • Temperament: Feurig, intelligent, arbeitswillig

  • Verwendung: Distanzreiten, Dressur, Working Equitation

  • Besonderheit: Kombination aus Eleganz des PRE und Ausdauer des Arabers


Lusitano


  • Herkunft: Iberische Halbinsel, eng mit dem Andalusier verwandt

  • Eigenschaften: Robuster Körperbau, ausdrucksstarker Kopf, große Wendigkeit

  • Temperament: Willensstark, lernfähig, menschenbezogen

  • Verwendung: Dressur, Stierkampf, Working Equitation

  • Besonderheit: Eigenständige portugiesische Zuchtlinie mit starkem Einfluss auf iberische Pferderassen


Geschichte und Entwicklung spanischer Pferderassen


Die iberischen Pferde gehören zu den ältesten bekannten Pferderassen. Bereits in der Antike wurden spanische Pferde für ihre Schönheit, Kraft und Eleganz geschätzt. Im Mittelalter galten sie als ideale Kriegspferde, und später fanden sie ihren Weg in die königlichen Reitschulen Europas.


Die selektive Zucht des PRE begann im 16. Jahrhundert, unter Einfluss der spanischen Krone. Die Zuchtziele lagen in der Erhaltung eines vielseitigen Pferdes für Dressur und Militär. Im Laufe der Zeit entwickelten sich aus den iberischen Ursprüngen verschiedene Spezialrassen, die sich an die Bedürfnisse von Reitern und Regionen anpassten.


Haltung und Pflege spanischer Pferderassen


Spanische Pferde sind bekannt für ihre Robustheit, dennoch benötigen sie spezielle Pflege:


Haltung


  • Viel Bewegungsfreiheit, idealerweise Offenstallhaltung oder große Weiden

  • Sozialkontakt mit Artgenossen fördert ihr Wohlbefinden

  • Robuste Futterversorgung mit Heu, Mineralstoffen und wenig Kraftfutter


Pflege


  • Regelmäßige Hufpflege, da iberische Pferde oft empfindliche Hufe haben

  • Tägliches Putzen zur Haut- und Fellpflege

  • Training mit Abwechslung: Dressur, Bodenarbeit und Geländereiten


Training und Ausbildung


Spanische Pferde sind für ihre hohe Lernfähigkeit und Versammlungsbereitschaft bekannt. Sie eignen sich besonders für:


  • Dressur: Ihre Fähigkeit zu hoher Versammlung macht sie ideale Kandidaten für die Hohe Schule.

  • Working Equitation: Wendig und mutig, perfekt für diese Disziplin.

  • Freizeit- und Geländereiten: Zuverlässig, trittsicher und nervenstark.


Besonders wichtig ist ein geduldiges und einfühlsames Training, da spanische Pferde sehr sensibel auf ihre Reiter reagieren.


Fazit


Spanische Pferderassen beeindrucken durch Schönheit, Intelligenz und Vielseitigkeit. Ob als Dressurpferd, Showpferd oder treuer Freizeitpartner – die richtige Haltung, Pflege und Ausbildung sorgen für eine lange und harmonische Partnerschaft.


Wer sich für ein spanisches Pferd entscheidet, holt sich nicht nur ein Reittier, sondern ein Stück spanische Geschichte und Tradition in den Stall.


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