Spanische Pferderassen: Geschichte, Eigenschaften und Besonderheiten
- pferdewelten
- 24. März 2025
- 3 Min. Lesezeit
Spanien ist bekannt für seine beeindruckenden Pferderassen, die eine lange Tradition haben und weltweit geschätzt werden. Ob für die klassische Reitkunst, die Arbeit auf der Ranch oder als Showpferd – spanische Pferderassen begeistern durch Eleganz, Temperament und Vielseitigkeit.

Spanische Pferderassen sind weltweit für ihre Eleganz, Intelligenz und Vielseitigkeit bekannt. Sie haben eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht, und spielten eine entscheidende Rolle in der Entwicklung vieler moderner Pferderassen.
Besonders die Pura Raza Española (PRE), oft auch einfach als Andalusier bezeichnet, wobei das nicht ganz korrekt ist, ist eine der edelsten und ältesten Rassen der Welt und war über Jahrhunderte hinweg das bevorzugte Pferd der europäischen Königs- und Adelsfamilien.
Die spanischen Pferde zeichnen sich durch ihren harmonischen Körperbau, ihre geschmeidigen Bewegungen und ihren ausgeglichenen Charakter aus. Sie werden in verschiedenen Disziplinen eingesetzt – von der klassischen Dressur über Working Equitation bis hin zu traditionellen spanischen Festen.
Ihre hohe Lernfähigkeit und Sensibilität machen sie zu außergewöhnlichen Reitpferden, die sich sowohl für ambitionierte Sportreiter als auch für Freizeitreiter eignen.
Dieser Ratgeber bietet einen umfassenden Überblick über die bekanntesten spanischen Pferderassen, ihre Geschichte, Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten. Zudem geben wir wertvolle Tipps zur Haltung, Pflege und Ausbildung dieser beeindruckenden Tiere.
Die berühmtesten spanischen Pferderassen
Pura Raza Española (PRE)
Herkunft: Spanien, seit dem 16. Jahrhundert gezüchtet
Eigenschaften: Edler Kopf, harmonischer Körperbau, große Ausdruckskraft
Temperament: Intelligent, sensibel, lernwillig
Verwendung: Dressur, klassische Reitkunst, Shows, Freizeit
Besonderheit: Eng verwandt mit dem Andalusier, offizielle Zuchtstandards durch die ANCCE (Asociación Nacional de Criadores de Caballos de Pura Raza Española)
Andalusier
Herkunft: Andalusien, Spanien
Eigenschaften: Muskulös, geschmeidige Bewegungen, kompakte Statur
Temperament: Mutig, sensibel, ausgeglichen
Verwendung: Dressur, Working Equitation, Stierkampf (traditionell)
Besonderheit: Wird oft als Synonym für PRE verwendet, jedoch sind nicht alle Andalusier PRE-registriert
Menorquiner (Caballo Menorquín)
Herkunft: Balearen, speziell Menorca
Eigenschaften: Schlank, elegante Gangarten, meist Rappen
Temperament: Ruhig, nervenstark, ausdauernd
Verwendung: Traditionelle Feste auf Menorca, Dressur, Freizeit
Besonderheit: Symbol der Insel Menorca, bekannt für die spektakulären „Jaleo“-Feste
Mallorquiner (Caballo Mallorquín)
Herkunft: Mallorca, Balearen
Eigenschaften: Dunkle Färbung, elegante Statur, lange Beine
Temperament: Sanft, gehorsam, ausdauernd
Verwendung: Freizeit, traditionelle Veranstaltungen
Besonderheit: Seltene Rasse, vor dem Aussterben bewahrt
Hispano-Araber
Herkunft: Spanien, Kreuzung aus PRE und Arabern
Eigenschaften: Schlank, ausdauernd, sehr schnelle Reaktionsfähigkeit
Temperament: Feurig, intelligent, arbeitswillig
Verwendung: Distanzreiten, Dressur, Working Equitation
Besonderheit: Kombination aus Eleganz des PRE und Ausdauer des Arabers
Lusitano
Herkunft: Iberische Halbinsel, eng mit dem Andalusier verwandt
Eigenschaften: Robuster Körperbau, ausdrucksstarker Kopf, große Wendigkeit
Temperament: Willensstark, lernfähig, menschenbezogen
Verwendung: Dressur, Stierkampf, Working Equitation
Besonderheit: Eigenständige portugiesische Zuchtlinie mit starkem Einfluss auf iberische Pferderassen
Geschichte und Entwicklung spanischer Pferderassen
Die iberischen Pferde gehören zu den ältesten bekannten Pferderassen. Bereits in der Antike wurden spanische Pferde für ihre Schönheit, Kraft und Eleganz geschätzt. Im Mittelalter galten sie als ideale Kriegspferde, und später fanden sie ihren Weg in die königlichen Reitschulen Europas.
Die selektive Zucht des PRE begann im 16. Jahrhundert, unter Einfluss der spanischen Krone. Die Zuchtziele lagen in der Erhaltung eines vielseitigen Pferdes für Dressur und Militär. Im Laufe der Zeit entwickelten sich aus den iberischen Ursprüngen verschiedene Spezialrassen, die sich an die Bedürfnisse von Reitern und Regionen anpassten.
Haltung und Pflege spanischer Pferderassen
Spanische Pferde sind bekannt für ihre Robustheit, dennoch benötigen sie spezielle Pflege:
Haltung
Viel Bewegungsfreiheit, idealerweise Offenstallhaltung oder große Weiden
Sozialkontakt mit Artgenossen fördert ihr Wohlbefinden
Robuste Futterversorgung mit Heu, Mineralstoffen und wenig Kraftfutter
Pflege
Regelmäßige Hufpflege, da iberische Pferde oft empfindliche Hufe haben
Tägliches Putzen zur Haut- und Fellpflege
Training mit Abwechslung: Dressur, Bodenarbeit und Geländereiten
Training und Ausbildung
Spanische Pferde sind für ihre hohe Lernfähigkeit und Versammlungsbereitschaft bekannt. Sie eignen sich besonders für:
Dressur: Ihre Fähigkeit zu hoher Versammlung macht sie ideale Kandidaten für die Hohe Schule.
Working Equitation: Wendig und mutig, perfekt für diese Disziplin.
Freizeit- und Geländereiten: Zuverlässig, trittsicher und nervenstark.
Besonders wichtig ist ein geduldiges und einfühlsames Training, da spanische Pferde sehr sensibel auf ihre Reiter reagieren.
Fazit
Spanische Pferderassen beeindrucken durch Schönheit, Intelligenz und Vielseitigkeit. Ob als Dressurpferd, Showpferd oder treuer Freizeitpartner – die richtige Haltung, Pflege und Ausbildung sorgen für eine lange und harmonische Partnerschaft.
Wer sich für ein spanisches Pferd entscheidet, holt sich nicht nur ein Reittier, sondern ein Stück spanische Geschichte und Tradition in den Stall.






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