top of page

Hoffnung für Pferde mit Arthrose: Neue Therapie könnte Gelenkschäden bremsen

Arthrose gehört gerade bei älteren Pferden zu den häufigsten Gelenkerkrankungen. Nun haben Forscher einen Ansatz entdeckt, der das Fortschreiten der Krankheit künftig möglicherweise bremsen oder sogar teilweise umkehren könnte.


Arthrose im Fesselgelenk beim Pferd
50 % der älteren Pferde leiden an Arthrose (KI / ChatGPT - Symbolbild)

Für Pferde mit Arthrose gibt es bislang vor allem Therapien, die Schmerzen lindern, Entzündungen reduzieren und die Beweglichkeit möglichst lange erhalten sollen. Den eigentlichen Krankheitsprozess stoppen oder rückgängig machen können die derzeit verfügbaren Behandlungen jedoch nicht.


Eine neue Studie unter Leitung des britischen Royal Veterinary College (RVC) macht nun Hoffnung. Wissenschaftler haben einen möglichen Angriffspunkt entdeckt, über den sich die Erkrankung künftig gezielter beeinflussen lassen könnte.


Protein als möglicher Schlüssel gegen Arthrose


Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Proteine CDK8 und CDK19. Das Team um Dr. Scott Roberts identifizierte sie in Zellmodellen der Arthrose als möglichen Ansatzpunkt für Medikamente.


Anschließend untersuchten die Forscher einen sogenannten CDK8/19-Inhibitor bei Mäusen mit Arthrose. Ein solcher Hemmstoff soll die Aktivität bestimmter Enzyme beziehungsweise Proteine reduzieren und dadurch krankhafte Prozesse beeinflussen. Die Ergebnisse waren vielversprechend.


Behandelte Tiere bewegten sich besser


Die behandelten Mäuse zeigten unter anderem ein verbessertes Gangbild und konnten Belastungstests auf einem Laufband besser bewältigen. Außerdem fanden die Wissenschaftler geringere Konzentrationen bestimmter Arthrose-Marker im Blut.

Auch der Knorpel in den Kniegelenken der Tiere wies Verbesserungen auf.


Darüber hinaus untersuchten die Forscher Veränderungen im Bereich der Wachstumsfugen der Knochen. Bei unbehandelten arthrotischen Mäusen entstehen dort häufig kleine Brücken aus mineralisiertem Gewebe, die mit einer zunehmenden Gelenkschädigung in Verbindung gebracht werden.


Bei den behandelten Tieren waren solche Strukturen seltener. Wenn sie entstanden, waren sie zudem weniger dicht ausgeprägt.


Könnte Arthrose künftig sogar teilweise umkehrbar sein?


Nach Einschätzung der Wissenschaftler deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine Hemmung von CDK8/19 möglicherweise nicht nur das Fortschreiten der Arthrose bremsen, sondern bestimmte Krankheitsprozesse sogar umkehren könnte.


Dr. Scott Roberts bezeichnete die Ergebnisse als besonders spannend, da bislang keine zugelassenen Medikamente existieren, die Arthrose tatsächlich krankheitsmodifizierend behandeln.


Allerdings befindet sich die Forschung noch in einem frühen Stadium. Die bisherigen Versuche wurden an Zellmodellen und Mäusen durchgeführt. Bevor daraus eine Behandlung für Pferde oder Menschen entstehen könnte, sind weitere Studien notwendig.


Als nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler untersuchen, ob sich der Ansatz auch bei tatsächlichen Patienten bewährt.


Arthrose betrifft viele ältere Pferde


Gerade für die Pferdemedizin könnte eine solche Therapie langfristig von großer Bedeutung sein. Nach Angaben der Forscher leidet etwa jedes zweite Pferd über 15 Jahren an Arthrose.

Bei der Erkrankung verändern sich Knorpel und darunterliegender Knochen zunehmend, gleichzeitig entstehen entzündliche Prozesse im Gelenk. Die Folgen können Schmerzen, Steifheit und Lahmheit sein.


Sollte sich der neue Ansatz in weiteren Untersuchungen bestätigen, könnte daraus erstmals eine Therapie entstehen, die nicht nur die Beschwerden behandelt, sondern direkt auf den Krankheitsverlauf einwirkt. Bis dahin dürfte allerdings noch einige Forschungsarbeit notwendig sein.

Kommentare


  • Facebook
  • Instagram
  • Whatsapp

© 2024 PferdeWelten.net. Erstellt mit Wix.com

bottom of page