Eine Stange, große Wirkung: So stärkst du Koordination und Körpergefühl deines Pferdes
Nur eine einzige Stange am Boden, mehr braucht es für diese Übung nicht. Doch für viele Pferde wird sie schnell zur echten Herausforderung - aber mit extrem positiven Auswirkungen!

Auf den ersten Blick wirkt die Aufgabe beinahe unspektakulär: Das Pferd soll langsam über einer einzelnen Bodenstange entlanggehen – und zwar so, dass sich die Stange zwischen seinen rechten und linken Beinen befindet.
Was einfach aussieht, verlangt dem Pferd allerdings einiges ab. Denn Pferde bewegen sich von Natur aus häufig in diagonalen Bewegungsmustern. Die vergleichsweise breite Position mit den Beinen auf beiden Seiten der Stange fordert deshalb Koordination, Körperwahrnehmung und Rumpfstabilität.
Eine Stange reicht für die ganze Übung
Für das Training wird lediglich eine Bodenstange benötigt. Sie kann auf dem Reitplatz, auf einer geeigneten Wiese oder auch auf dem Hof liegen.
Das Pferd wird zunächst gerade vor einem Ende der Stange positioniert. Anschließend geht es Schritt für Schritt vorwärts, bis jeweils Vorder- und Hinterbein einer Körperseite auf der einen und die Beine der anderen Körperseite auf der anderen Seite der Stange stehen.
Wichtig dabei: nicht drängeln.
Gerade am Anfang schaffen manche Pferde nur wenige Schritte. Andere treten zunächst auf die Stange oder müssen eine Weile überlegen, wo sie ihre Füße überhaupt platzieren sollen.
Genau das macht die Übung so wertvoll
Das Pferd muss bei jedem Schritt bewusst koordinieren, wo es seine einzelnen Beine absetzt. Gleichzeitig wird durch die ungewöhnliche Position die Rumpfmuskulatur aktiviert.
Die Übung soll zudem die Propriozeption verbessern – also die Fähigkeit des Pferdes, die Position und Bewegung seiner Gliedmaßen wahrzunehmen.
Auch die Konzentration wird gefordert, weil das Pferd die Aufgabe nicht einfach in seinem gewohnten Bewegungsmuster lösen kann. Deshalb gilt: kleine Schritte, viel Zeit und möglichst wenig Druck.
Erst vorwärts – später kommt die nächste Herausforderung
Es kann mehrere Trainingseinheiten dauern, bis ein Pferd entspannt über die gesamte Länge der Stange laufen kann. Genau das ist völlig in Ordnung.
Hat es die Aufgabe verstanden, lässt sich der Schwierigkeitsgrad erhöhen: Dann kann das Pferd beispielsweise ein oder zwei Schritte rückwärts über der Stange machen und anschließend wieder vorwärtsgehen.
Gerade dieser Wechsel stellt die Koordination noch einmal besonders auf die Probe.
Entscheidend bleibt jedoch das langsame Tempo. Bei dieser Bodenarbeitsübung geht es nicht darum, möglichst schnell ans andere Ende zu kommen – sondern darum, dass das Pferd jeden einzelnen Schritt bewusst setzt und seinen Körper besser kennenlernt.




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