Zu dickes Pferd? Diese 17 Maßnahmen können beim gesunden Abnehmen helfen
Übergewicht ist bei Pferden weit verbreitet – und keineswegs harmlos. Schon kleine Änderungen bei Fütterung, Haltung und Bewegung können viel bewirken.

Ein bisschen zu viel auf den Rippen? Was bei Pferden manchmal noch als „gut genährt“ durchgeht, kann langfristig zum Gesundheitsrisiko werden. Übergewicht erhöht unter anderem die Gefahr für Hufrehe, Equines Metabolisches Syndrom und Gelenkbeschwerden. Schätzungen zufolge gelten beispielsweise in Großbritannien sogar zwischen 50 und 70 Prozent der Pferde als übergewichtig oder adipös. In Deutschland ist die Lage ähnlich.
Das Problem: Viele Halter haben sich inzwischen so sehr an rundliche Pferde gewöhnt, dass zusätzliche Pfunde teilweise gar nicht mehr auffallen.
Beim Abnehmen entscheidet vor allem die Fütterung
Das Grundprinzip klingt zunächst simpel: weniger Energie aufnehmen, mehr Energie verbrauchen. In der Praxis müssen bei leichtfuttrigen Pferden jedoch häufig mehrere Stellschrauben gleichzeitig verändert werden.
Laut Tierärzten ist davon auszugehen, dass die aufgenommene Futtermenge beim Abnehmen vermutlich sogar wichtiger ist als die Bewegung – auch wenn natürlich beide Faktoren berücksichtigt werden sollten.
Entscheidend ist dabei nicht, Pferde einfach hungern zu lassen. Auch während einer Diät sollten sie laut dem zugrunde liegenden Ratgeber täglich mindestens rund 1,5 Prozent ihres Körpergewichts aufnehmen, damit der Verdauungstrakt ausreichend beschäftigt bleibt.
Weidezeit reduzieren, Heu wiegen und Fresszeit verlängern
Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören unter anderem:
Weidezugang begrenzen oder portionsweise abstecken
ein Track-System nutzen, das zusätzliche Bewegung fördert
eine geeignete Fressbremse einsetzen
Heu über engmaschige Netze oder Slowfeeder anbieten
Heu vor dem Füttern einweichen
energiereiches Kraftfutter überprüfen oder reduzieren
Heu und Zusatzfutter konsequent abwiegen
unnötige Leckerlis vermeiden
Beim Einweichen von Heu können beispielsweise Kalorien, Zucker und Fruktane reduziert werden. Der Ratgeber empfiehlt hierfür mindestens eine Stunde Einweichzeit; kurze Zeiten von lediglich zehn bis 15 Minuten dienen dagegen vor allem der Staubreduktion.
Futterumstellungen sollten allerdings immer schrittweise erfolgen. Zu starke Einschränkungen oder abrupte Änderungen können gesundheitliche Probleme verursachen.
Auch 25 Minuten Bewegung können helfen
Neben der Fütterung spielt die Bewegung eine wichtige Rolle. Dabei muss es nicht immer intensives Training sein. Schon häufigere Ausritte, Bodenarbeit oder zügiges Führen können einen Unterschied machen. Selbst bei Rentnerpferden lässt sich über ein Bewegungs- beziehungsweise Track-System zusätzliche Aktivität schaffen.
Besonders wichtig ist außerdem die Kontrolle des Erfolgs. Gewicht, Body Condition Score und Halsumfang beziehungsweise Fettpolster sollten regelmäßig dokumentiert werden. Auch Fotos im Abstand von etwa zwei Wochen können helfen, Veränderungen objektiver wahrzunehmen.
Bleibt der gewünschte Effekt trotz konsequentem Management aus, empfiehlt Coumbe, gemeinsam mit Tierarzt oder qualifiziertem Fütterungsberater einen individuellen Plan zu entwickeln. Denn beim Abnehmen gilt auch beim Pferd: langsam, kontrolliert und dauerhaft ist besser als eine radikale Diät.




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