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Besitzerin ist gerade im Urlaub: Zuhause hält ein Jäger ihr Pferd für Hirsch – und drückt ab

vor 3 Stunden
2 Min. Lesezeit

Der Jäger schießt im Morgengrauen auf einen vermeintlichen Hirsch. Erst als er sich seiner "Beute" nähert, erkennt er seinen folgenschweren Irrtum.


Jäger ist im Morgengrauen unterwegs
Jäger erschießt versehentlich Pferd (KI / ChatGPT - Symbolbild)

Ein Schuss am frühen Morgen, dann die erschütternde Erkenntnis: Im Schweizer Kanton Graubünden hat ein Jäger ein Pferd erschossen, weil er das Tier offenbar für einen Hirsch gehalten hatte.


Der Vorfall ereignete sich am Sonntagmorgen gegen 6 Uhr in Avers Cröt. Zu dieser Zeit herrschten noch schlechte Lichtverhältnisse. Der Jäger nahm auf einer Weide ein Tier ins Visier, das er nach eigenen Angaben für einen Hirsch hielt – und feuerte.


Nach dem Schuss erkennt er seinen fatalen Irrtum


Erst als der Mann sich dem getroffenen Tier näherte, soll ihm klar geworden sein, was passiert war: Vor ihm lag kein Hirsch, sondern ein Pferd, das auf der Weide gegrast hatte.

Der Jäger meldete den Vorfall anschließend selbst bei der zuständigen Wildhut und räumte seinen Fehler ein.


Die Behörden reagierten unmittelbar: Noch vor Ort wurde ihm das Jagdpatent entzogen. Zudem wurde der Mann bei der Staatsanwaltschaft Graubünden angezeigt.


Wie es zu einer derart folgenschweren Verwechslung kommen konnte, ist für den Landwirt, auf dessen Weide das Pferd stand, kaum nachvollziehbar.


Landwirt: „So etwas habe ich bis jetzt noch nie erlebt“


Das Pferd verbrachte den Sommer auf der Weide des Landwirts, während seine Besitzerin verreist war. Gegenüber dem Schweizer „Blick“ erklärte der Mann, dass er seit rund 35 Jahren Pflegepferde bei sich beherberge. Einen derartigen Vorfall habe er in all diesen Jahren noch nie erlebt.


Besonders unverständlich ist für ihn, dass das Ziel vor dem Schuss offenbar nicht eindeutig identifiziert worden war. Auch den frühen Jagdbeginn bei schlechten Lichtverhältnissen sieht er nach dem Vorfall kritisch.


Für die Besitzerin des Pferdes dürfte die Nachricht besonders schwer zu verkraften sein. Sie befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks noch auf Reisen. Angehörige kamen bereits auf den Hof, um sich von dem Tier zu verabschieden.


Jägerpräsident findet deutliche Worte


Auch innerhalb der Jägerschaft sorgt der Vorfall für Entsetzen. Peter Weigelt, Präsident des St.Galler Dachverbands der Jäger, erklärte gegenüber dem „St. Galler Tagblatt“, der Fall mache ihn nicht nur betroffen, sondern auch wütend.


Von einem Jäger müsse verlangt werden können, vor dem Schuss genau zu wissen, worauf er ziele.


Schlechte Sicht oder ungünstiges Wetter seien für Weigelt keine Erklärung. Seine Haltung dazu ist eindeutig: Sind die Bedingungen nicht gut genug, dürfe nicht geschossen werden.

„Jeder Jäger ist für seinen Schuss zu hundert Prozent selbst verantwortlich“, betonte er gegenüber der Zeitung.


„Wenn man nicht sicher ist, drückt man nicht ab“


Dass dem Mann das Jagdpatent unmittelbar entzogen wurde, hält Weigelt deshalb für gerechtfertigt. Der Jäger habe gegen einen grundlegenden Grundsatz verstoßen.


Der Fall dürfte zudem erneut Diskussionen darüber auslösen, wie sicher ein Ziel vor der Schussabgabe identifiziert werden muss – insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen und in Gebieten, in denen sich neben Wildtieren auch Nutz- und Haustiere auf Weiden befinden.


Für das erschossene Pferd kamen diese Fragen jedoch zu spät.

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